Zum zweiten Wochenende der Fortbildungsreihe von ,,Einfach ganz Anders – Werde Weltbürger*in“ haben wir uns vom 15. bis 17. März wieder in Werl zusammengefunden. Inhaltlich lag der Schwerpunkt an diesem Wochenende auf dem Thema Klimaflucht und dem Durchspielen eines Projekttages für die Sekundarstufe I.

Nach einem freudigen Wiedersehen wurde am Freitag mit einem Input zum Thema gestartet. Dabei wurde uns wieder bewusst wie präsent die Auswirkungen des Klimawandels bereits jetzt sind. Zwar  kann man dies als in Deutschland lebende Person leicht leugnen, aber selbst das ist nach dem letzten „Rekordsommer“ nur noch schwer möglich. In manchen Teilen der Erde ist der Klimawandel mit seinen deutlich spürbaren Auswirkungen Teil des Alltags geworden. So ist es zum Beispiel kein Einzelfall, dass Klassenzimmer auf der indonesischen Insel Java immer wieder überflutet sind. Lehrkräfte stehen zunehmend vor der Herausforderung ihre wenigen Schüler*innen, die überhaupt noch in die Schule kommen und noch nicht mit ihren Familien geflohen sind, unter unzumutbaren Umständen zu unterrichten. Dies ist nur ein Beispiel von vielen… .

Projekttag „Wenn’s zu heiß wird – dem Fluchtgrund Klima auf der Spur“

Am Samstag haben wir begonnen den Projekttag „Wenn’s zu heiß wird – dem Fluchtgrund Klima auf der Spur“ einmal komplett durchzuspielen. Aus welchen Gründen fliehen Menschen? Was hat das mit dem Klimawandel zu tun? Und was mit mir? Diese Fragen versucht der Projekttag zu beantworten. Hierfür haben sich die Teilnehmenden in Kleingruppen aufgeteilt und je eine Methode vorbereitet, die sie im Anschluss dem Rest der Gruppe präsentiert haben. Somit konnte sich jede*r einmal in der Rolle des Anleitenden erproben und danach Rückmeldung von den Anderen erhalten. In diesem Zuge wurden auch die Methoden reflektiert und mögliche Abwandlungen besprochen.

Es geht um den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Flucht. Gleichzeitig wird verdeutlicht wie unser Lebensstil Teil davon ist und welche Verantwortung wir tragen. Indem ungleich verteilte Machtverhältnisse und Privilegien aufgezeigt werden, wird außerdem das Ungerechtigkeitsbewusstsein geschärft. Die Schüler*innen werden dazu animiert, aktiv zu werden. Hier werden konkrete und verhältnismäßig leicht umsetzbare Beispiele geliefert wie etwa Kleidertauschpartys, Verzicht auf Fleisch oder auf Demonstrationen zu gehen.

Ausklang des Wochenendes

Am Sonntagvormittag konnten wir den Projekttag erfolgreich beenden. Alle Teilnehmenden haben ihre Methode vorgestellt. Zum Abschluss des Wochenendes haben wir noch ein Planspiel durchgeführt, bei dem es um den aktuellen Fall vor dem Oberlandesgericht Hamm geht (https://germanwatch.org/de/der-fall-huaraz). Ein peruanischer Bauer verklagt den Energieversorgungskonzern RWE, den er durch seinen CO2 Ausstoß als Mitverursacher für den Klimwandel sieht. Der See, der oberhalb seiner Heimatstadt in den Anden liegt, droht durch das Schmelzen eines Gletschers überzulaufen. Hierbei würde sein Haus beschädigt werden. Zu diesem Zwecke hat er Schutzmaßnahmen getroffen, die er von RWE zurückfordert. Aufgrund der Komplexität der Thematik konnte nur ein kleiner Einblick gewonnen werden, der die Teilnehmenden dazu angeregt hat den Fall weiterzuverfolgen.

Während des 2. Fortbildungswochenendes fanden außerdem die ,,Internationalen Wochen gegen Rassismus 2019“ statt, an denen wir uns mit einer kleinen Aktion beteiligt haben, um ein eindeutiges Zeichen gegen Rassismus zu setzen! Das Ergebnis könnt ihr auf den Fotos  sehen.

Die gute Stimmung innerhalb der Gruppe und der intensive Austausch untereinander hat das Wochenende positiv geprägt und lässt auf einen erfolgreichen Abschluss beim 3. und somit letzten Fortbildungswochenende hoffen.

Von Tabitha und Michal, Praktikatinnen bei „Einfach ganz ANDERS – Werde Weltbürger*in!“