>>> Bericht zur Fortbildungsreihe

Vom 22. bis zum 24. Februar kamen in Werl 25 Interessierte zusammen, um das erste der insgesamt drei Wochenenden der Fortbildungsreihe des Projekts „Einfach ganz ANDERS – Werde Weltbürger*in!“ zu starten. Inhaltlich beschäftigt sich die Fortbildungsreihe mit den Themen Klimaflucht und Gesellschaft gestalten.

Nach einer kurzen Kennenlernrunde wurde schnell deutlich, dass alle Teilnehmenden unterschiedlichste Erfahrungen und Erwartungen in das Seminar mit einbringen, was sich das gesamte Wochenende positiv auf die Gruppendynamik ausgewirkt hat. Nachdem auch Organisatorisches geklärt war, konnten alle den ersten Tag gemütlich bei einer Spielerunde ausklingen lassen.

Mit neuem Tatendrang wurden am Samstagvormittag Wenyi und Nkozi vom kimeta e.V. aus Wuppertal begrüßt. Mit verschiedensten Methoden haben sie den gesamtem Samstag zu den Themen Kolonialismus und Rassismus gestaltet. Zum Einstieg konnte man sich bei einem kurzen Quiz  selbst testen – ob man beispielsweise weiß, wie viele Sprachen offiziell auf dem afrikanischen Kontinent gesprochen werden. Keine*r der Teilnehmenden hat dabei geahnt, dass dies über 2.000 sind! Weiter ging es mit der noch intensiveren Auseinandersetzung mit dem Thema und vielen, teils sehr überraschenden Beispielen. In der Mittagspause und einem kurzen Spaziergang in der Sonne konnte man Energie für den weiteren Tagesverlauf tanken. Wir sind in das Thema Rassismus eingestiegen, indem wir uns untereinander über persönliche Erfahrungen und Erlebnisse im Alltag ausgetauscht haben. Dabei fiel auf, wie allgegenwärtig Alltagsrassismus ist und wie dieser oft sehr unterschwellig zu Tage tritt.

Zentrales Thema war auch die Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien. Wichtig dabei ist, das Bewusstsein zu entwickeln, welche Privilegien man selbst hat und wie man damit umgeht. Durch ein Rollenspiel wurde verbildlicht, wie es sich anfühlt mehr oder weniger Privilegien in der Gesellschaft zu haben. Je weniger Privilegien man hat, desto schwieriger scheint die gesellschaftliche Teilhabe.

Nach dieser Feststellung konnten wir die gemeinsamen Erfahrungen vom Tag beim Abendessen und danach beim Spielen und am Feuer sacken lassen.

Wenn der Kaffee einen Sonntag morgens nicht aufgeweckt hat, dann hat uns spätestens das von zwei Teilnehmenden angeleitete Aktivierungsspiel wach gerüttelt. Anschließend wurden Strategien im Umgang mit rassistischen Kommentaren im Alltag erarbeitet und praktisch angewendet. Gemeinsam wurde uns bewusst, wie wichtig es ist bei derartigen Kommentaren entgegen zu halten und nicht tatenlos weg zu schauen – selbst wenn es nur ein „Ich bin absolut nicht deiner/ Ihrer Meinung.“ ist.

Mit dieser Erkenntnis endete die Vormittagseinheit und somit auch die inhaltliche Bearbeitung der Themen Kolonialismus und Rassismus. Am Nachmittag folgte der Einstieg in das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung anhand von Zitaten, Definitionen und ersten konkreten Informationen.

Bei der abschließenden Reflexion wurde deutlich, dass sich alle Teilnehmenden auf die weitere Auseinandersetzung mit der Thematik sehr freuen und dieses Wochenende als positiven Start in die Fortbildungsreihe angesehen haben. Mit dem Wissen sich in drei Wochen wieder zu sehen konnten alle zufrieden nach Hause fahren.

(verfasst von Michal & Tabitha, derzeit Praktikantinnen bei EgA)

2019-03-14T09:19:06+00:00